Autor: Martin

Spezial-Möbel: Modell unkaputtbar

Schon eine ganz Weile unterstützen wir den Steinbacherhof, einen therapeutischen Reithof, dessen Arbeit wir großartig finden. Menschen mit und ohne Behinderungen erleben dort Annahme und Hilfe u.a. durch tiergestützte Therapie. Cool, oder?

Nun ist die Anforderung an Möbel hier eine besondere, steht doch nicht das schicke Aussehen im Vordergrund, sondern Funktionalität, Langlebigkeit, Haltbarkeit, da bei leidenschaftlicher Nutzung auch mal etwas kaputtgeht. Von der Stange, vom Möbeldiskonter? Vergiss es…
Darum wurde vor Ort gemessen, getüftelt, gebrütet und gemeinsam mit der Leiterin des Hofes ein Plan geschmiedet.

Diesmal ging es um eine Wäschetruhe, in der Pölster und Decken katzen- , hunde und sonst-w

as-sicher unter der Woche verstaut werden können, bevor am Wochenende wieder Übernachtungsbetrieb ist. Genau reinpassen soll sie und auch mal aushalten, wenn einer draufsteigt. Unkaputtbar, quasi.

3D-gedruckt wird in diesem Fall nichts. Also: Ran an Tischkreissäge und Fräse und ein paar Quadratmeter 18mm Schichtholz “Multiplex-Birke” verarbeitet. Noch ein paar Scharniere dran, passt. (zugegeben: stark verkürzt dargestellt 😉

Wie auch immer:

Nicht ohne Stolz konnten wir das Ding übergeben, wobei sich als größte Herausforderung herausstellte, die Kiste aus dem Keller zu bekommen, die in Einzelteilen hinuntergetragen, aber im Ganzen heraufkommen sollte…bravo, gut mitgedacht…Schildbürgerei vom Feinsten! Himmel, hilf…!

Und wenn man schon mal in Schwung ist, machen wir gleich ein paar Kastentüren mit, die aus einem Regal einen vernünftigen Wäscheschrank macht. Upcycling, wie es sein soll…

Corona Lockdown…?

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber Virus hier, Corona da, der Medienauflauf geht ganz schön an die Substanz. Kopf in den Sand oder alle 5 Minuten aufs Handy schauen? Wie gehts der “Selbermacher*in” in der Krise, alles zum Erliegen gekommen?
Jein…

Ja, weil auch wir in Selbst-Isolation sind und nicht wie üblich unserer Arbeit mit Menschen nachgehen können.
Nein, weil es auch da einiges zu tun gibt…

Zum Beispiel:

Werkstatt aufräumen/ausbauen

Was sonst nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört, wird jetzt (mangels Ausreden) zur freudigen Realität:
Die Kellerwerkstatt erfährt eine rund-um-Erneuerung. Einerseits bekommen alle Werkzeuge einen guten Platz, damit sie auch fachgerecht verräumt werden können. Dazu habe ich aus Holzresten (Hurra, nicht weggeworfen!) einige Werkzeughalter gebaut.

Andererseits habe ich (ebenso aus Resten, denn Material ist ja nicht zu kaufen) ein paar Helferleins dazu gezimmert.
Allen voran der Frästisch, der eine alte Oberfräse unterhalb montiert hat, die auf einem improvisierten Lift auf und abfährt. Passend dazu ein Anschlag zur Führung der Werkstücke. (Zugegeben, Idee entlehnt aus dem Let’s Bastel Kanal)

Interessanterweise sind einige Hilfsanfragen nämlich gar nicht “digitaler” Natur – also bezogen auf 3D-Druck, sondern durchaus mechanisch, meist eine Mischform aus beiden. ( z.B. das Projekt “Möbel für den Steinbacherhof“)
Gut, wenn man da ausgerüstet ist…

Fingerführraster für das iPad

Monika (Name geändert) nutzt eine Sprachausgabe-Software auf ihrem iPad um sich zu verständigen.
Mit Eifer bedient sie unzählige kleine Felder, baut Sätze, formuliert Wünsche. Ich bin begeistert…
Öfters tippt sie aber daneben, da ihre Handmotorik eingeschränkt ist.
Die Idee: Ein Raster, der die Fingerchen zu den Feldern leiten soll. Er soll am iPad unkompliziert montierbar sein und einfach angepasst werden.
Eine Herausforderung für die Selbermacher*in.
Hier der erste Entwurf…

To be continued…

Flaschenöffner

Die Mutter einer Freundin leidet an Polyatritis. Dabei schmerzen die Gelenke so sehr, dass es schwierig ist, Flaschen, Milchpackungen oder Medikamentendosen zu öffnen. Hoffentlich bringen die drei unterschiedlichen Flaschenöffner eine Erleichterung, die die Selbermacher*in zum Testen zur Verfügung  stellen konnte.
Herzlichen Dank an die Maker*Innen, deren Vorlagen wir dafür nutzen konnten:

Vernetzung “Unterstützte Kommunikation”

Der Bereich Unterstütze Kommunikation (UK) ist in den letzten Jahren (durch die beharrliche Initiative toller Kolleg*innen 😉 ) immer mehr ins Bewusstsein gerückt. Er umfasst viele Aspekte, von der Gebärdensprache, über Texte in leichter Sprache, über diverse Medien (z.B. Sprachausgabegeräte,…) u.v.m. , denn: “Jeder kann sprechen!”

Im deutschsprachigen Raum ist der Bereich der “Assistiven Technologien” noch so etwas wie ein Stiefkind und findet erst langsam Eingang in Forschung und Praxis. (siehe z.B. im Beitrag von Anett Thiele) Vielversprechend umgesetzt hat das übrigens die TU Dortmund mit ihrem “Büro für unterstützte Kommunikation“, das einen inklusiven Makerspace beheimatet.

Um dieses Entwicklung zu unterstützen, durfte ich einen Beitrag beim “UK-Netzwerk” bringen. Dabei wurden einige Ergebnisse aus meiner Arbeit zusammengefasst und  die Intiative Selbermacher*in vorgestellt. Es konnten auch bisher erstellte Hilfsmittel getestet und 3D-Druck praktisch gezeigt werden. Ich freue mich über das positive Echo und die neu gewonnen Kontakte.

Mundstab für Boccia

Das Spiel Boccia erinnert zunächst einmal an fränzösische, ältere Herren, die in Parks genütlich ihre Turniere austragen. Es ist aber auch ein Sport, den Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen ausüben können. Es wird zum Beispiel bei den Paralympics gespielt…

Spieler*innen mit einer Querschnitt-Lähmung spielen mit einer einstellbaren Rinne, der Ball wird mit dem Mund angestoßen. Dazu müssen im Notfall Kochlöffel, Esstäbchen o.ä. herhalten. Durch eine Anfrage der Schule für körperhindete Kinder in Salzburg kam der Anstoß, sich mit einer individuell anpassbaren Konstruktion zu befassen, die gut durch die Kiefer gehalten werden kann und genau passt.

Gesagt, getan: Ausgehend von dem anpassbaren Modell von Michael Papp aus Birmingham konnten wir ein – im wahrsten Sinne des Wortes mungerechtes – Modell nach Salzburg schicken. Hier findest du die Druckdaten…

https://www.thingiverse.com/thing:1321021

Taster für “Unterstützte Kommunikation”

Vorweg: Vor den französischen Kolleg*innen von Pole-Ergo ziehe ich den Hut, gerne wären wir selbst schon so weit…
Viele verschiedene Designs im Bereich der “Assistiven Technologie” werden von den Ergotherapeut*innen (und deren Student*innen 😉 ) unter CC0-Lizenz zur Verfügung gestellt. Eine wahre Schatzkiste für Menschen, die in diesem Bereich arbeiten…
https://www.thingiverse.com/Pole_ergo/about

Als Beispiel hier einer der großen Taster, der im UK-Bereich für eine Anbahnung von Kommunikation eingesetzt wird.
Entweder um 100€ pro Stück im Handel erwerben, oder für ein paar Cent selbst drucken.
So geschehen bei uns

 

Polybat-Schläger – ultralight

Dass wir von dem Spiel Polybat begeistert sind, ist hinlänglich bekannt. Hier bekommst du die Druckdaten von dem von uns entwickelten Leicht-Schläger. Ausgetüftelt für Spieler*innen, die über eine eingeschränkte Armkraft verfügen. Ist gut spielbar und wiegt nur etwa 100g…

https://www.thingiverse.com/thing:3046485

Nach einigen Rückmeldungen und eigenen Tests haben wir festgestellt, dass der Ultralight-Schläger relativ leicht am Griff abbricht und definitiv nichts für Grobmotoriker ist. Dehalb haben wir ihm ein Update verpasst. Immer noch leicht (ca. 120g) und einiges stabliler… Das Druckfile findest beim oben angeführen link.